Brose Baskets erkämpfen sich Halbfinal-Matchball

Es war ein hartes Stück Arbeit über 45 Minuten, am Ende aber konnten die Brose Baskets einen 89:84-Sieg bei den MHP RIESEN Ludwigsburg und damit das 2:0 in der Viertelfinalserie feiern. Mehrmals im Spiel hatten die Bamberger die Chance, die Partie in der regulären Spielzeit für sich zu entscheiden, aber die Gastgeber kämpften sich, angetrieben von 4.500 Zuschauern, immer wieder zurück und kamen 18,3 Sekunden vor Ende der Partie zum Ausgleich und in die Verlängerung. Dort allerdings hatten die Brose Baskets das bessere Ende für sich. Die besten Werfer auf Seiten der Brose Baskets waren Daniel Theis mit 17 und Brad Wanamaker mit 16 Punkten, Janis Strelnieks holte neun Rebounds.

Andrea Trinchieri, Head Coach Brose Baskets: „Ich habe meine Spieler nach dem Spiel gefragt, ob sie wissen, wie oft wir die Chance hatten, den Sack frühzeitig zuzumachen. Wir hatten eigentlich über 40 Minuten alles unter Kontrolle und mussten trotzdem in die Verlängerung. Wir waren nicht smart genug und haben uns das Leben in einzelnen Situationen selbst sehr schwer gemacht. Am Ende aber zählt der Sieg. Es war unglaublich hart, hier zu gewinnen. Die Zuschauer haben alles für ihr Team gegeben, daher mussten wir auch gegen sie spielen. Wir haben heute gut verteidigt, hatten allerdings ein paar Schwächen beim Rebound. Das hat Ludwigsburg ausgenutzt, da waren sie eine Waffe. Außerdem haben wir den Ball in der Offensive nicht immer gut bewegt. Am Ende aber haben wir einen Weg gefunden, hier zu gewinnen.“

Dalibor Bagaric, Darius Miller, Ryan Thompson, Karsten Tadda und Brad Wanamaker bildeten die Starting Five der Brose Baskets, die nach wie vor auf die beiden an der Schulter verletzten Daniel Schmidt und Josh Duncan verzichten mussten. Die ersten Punkte der Partie erzielte Jon Brockman für die Hausherren durch zwei erfolgreiche Freiwürfe, die aber von Dalibor Bagaric per Hakenwurf ausgeglichen wurden. John Littles Dreier wurde im direkten Gegenzug von Karsten Tadda egalisiert (5:5, 2.). Die erste Führung beim Stand von 11:12 gabs für die Brose Baskets durch Dawan Robinson mit zwei erfolgreichen Freiwürfen. Es blieb eine ausgeglichene Partie. Waleskowski brachte Ludwigsburg kurz vor Ende des ersten Viertels per Dreier mit fünf Punkten in Front, Daniel Theis per Tip-In erzielte die letzten Zähler zum 19:16 aus Sicht der MHP RIESEN Ludwigsburg.

Den besseren Beginn ins zweite Viertel erwischten die Brose Baskets. Fünf Miller-Punkte in Folge sorgten nach drei Minuten für die zwischenzeitliche 21:23-Führung. Allerdings konnten sich die Gäste in der Folgezeit nicht absetzen, vor allem John Little war es, der die MHP RIESEN im Spiel hielt (25:27, 15.). Ein Dreier von Ryan Thompson brachte Mitte des Viertels beim Stand von 28:32 einen Vier-Punkte-Vorsprung für die Brose Baskets. Den konnten die Gäste bis zur Pause noch etwas weiter ausbauen, auch weil sie – wie schon die gesamte Saison über – nahezu fehlerlos von der Freiwurflinie agierten. Zur Pause führten die Bamberger, die in Ryan Thompson mit acht Punkten ihren besten Werfer hatten, mit 33:38.

Die Anfangsphase der zweiten Halbzeit gehörte DJ Kennedy. Fünf Punkte in Folge brachten den 38:38-Ausgleich. Die Brose Baskets brauchten rund zwei Minuten, um ihrerseits zurück ins Spiel zu finden. Daniel Theis per Dreier und Dawan Robinson mit erfolgreich abgeschlossenem Fast Break stellten aber den alten Abstand wieder her (38:43, 23.). In der Folgezeit die Brose Baskets weiter im Vorwärtsgang. Trevor Mbakwe erzielte aus der Mitteldistanz das zwischenzeitliche 40:48. Allerdings ließen sich die Gastgeber nicht abschütteln. Im Gegenteil: angetrieben von John Little gab es einen 9:0-Lauf für die Schwaben und die Führung (49:48, 26.). Freiwürfe von Miller und Punkte von Wanamaker brachten den Vorsprung wieder auf die Gästeseite. Und den konnten die Brose Baskets bis Ende des Viertels verteidigen und gingen mit 53:56 in den Schlussabschnitt.

Und es blieb eine ganz enge Kiste. Ein Dreier von John Huff brachte die Gastgeber sieben Minuten vor Schluss mit 60:59 in Führung, die Daniel Theis kurz darauf wieder auf Bamberger Seite zurückholte und Janis Strelnieks per Dreier ausbaute (60:64, 35.). Shawn Huff brachte die Ludwigsburger drei Minuten vor Ende der Partie beim 64:66 wieder auf zwei Punkte ran. Ein Robinson-Dreier und ein Wanamaker-Dunking stellten brachten die Brose Baskets aber wieder deutlicher in Führung. In den letzten Minuten entwickelte sich eine wahre Playoff-Atmosphäre. Zunächst musste Ludwigsburgs Head Coach John Patrick mit dem zweiten Technischen Foul die Halle verlassen, danach drehten seine Jungs auf. DJ Kennedy brachte die MHP RIESEN durch Freiwürfe zunächst wieder ran und glich 18,3 Sekunden vor Ende per Dreier zum 74:74 aus. Der letzte Angriff gehörte zwar den Brose Baskets, aber Brad Wanamaker konnte den Ball nicht im Korb unterbringen – Verlängerung in der MHP Arena.

Daniel Theis gehörten mit vier Punkten die ersten zwei Minuten der Overtime. Brad Wanamaker und ein Dreier von Janis Strelnieks mit Ablauf der 24 Sekunden-Uhr brachten die Brose Baskets wieder mit sechs Zählern in Front (79:85, 43.). Am Ende hieß es 84:89 für die Bamberger, die damit am kommenden Donnerstag in eigener Halle die Chance haben, die Viertelfinalserie zu beenden.

MHP RIESEN Ludwigsburg:
Johnson 7, Huff 17, Little 21, Waleskowski 7, Koch 1, Warech dnp, McNaughton, Flomo, Kennedy 14, Stockton 5, Joos dnp, Brockman 12
Brose Baskets:
Bagaric 2, Miller 7, Thompson 9, Tadda 3, Theis 17, Wanamaker 16, Strelnieks 13, Obst dnp, Harris 6, Mbakwe 3, Robinson 13

Alex Engel verlässt die Brose Baskets
Der 21-jährige Point Guard kam 2010 aus Nürnberg ins Jugendprogramm der Brose Baskets, wo er bis 2013 für die Nachwuchs-Basketballbundesligamannschaft des TSV Tröster Breitengüßbach aktiv war. In den letzten beiden Spielzeiten stand Engel als Doppellizenz-Inhaber für den Brose Baskets-Kooperationspartner Bike-Café Messingschlager Baunach in der ProA auf dem Parkett. Dort erzielte er in 27 Spielen bei durchschnittlich 19,33 Min. Einsatzzeit 4,7 Punkte und gab 3,1 Assists. „Wir bedanken uns bei Alex Engel für die letzten Jahre und seinen stets vorbildlichen Einsatz“, so Brose Baskets Geschäftsführer Rolf Beyer. „Alex hat sich in den letzten Jahren gut entwickelt und wird jetzt den nächsten Schritt in seiner Laufbahn nehmen. Dabei wünschen wir ihm alles Gute.“

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