Falko Steinke von der SVG Lüneburg im Interview

Falko Steinke (SVG Lüneburg): Im Pokalfinale zu sein, ist „irgendwie nicht real“.

Falko Steinke hat während seiner Volleyball-Karriere schon für einige Teams am Netz gestanden. Dass er am 1. März (ab 12.00 Uhr live im NDR Fernsehen) zum ersten Mal in seiner Laufbahn im DVV-Pokalfinale steht, ist für ihn noch immer überraschend. Denn ausgerechnet mit dem Bundesliga-Aufsteiger SVG Lüneburg schaffte er den Einzug ins Pokalendspiel. Derzeit schindet sich der 29-jährige Diagonalangreifer in der Reha, um im GERRY WEBER STADION gegen den VfB Friedrichshafen dabei zu sein.

Herr Steinke, derzeit kommen Sie in der Volleyball Bundesliga nicht zum Einsatz. Was ist passiert?

Falko Steinke: „Ich habe mir vor einigen Tagen eine Verletzung im Training zugezogen. In bin einem anderen Spieler auf den Fuß gesprungen, dabei sind rechts zwei Bänder gerissen. Doch ich hoffe, beim Pokalfinale wieder fit zu sein. Mit meiner Erfahrung kann ich sicher helfen. Derzeit bin ich täglich zur Reha in Hamburg.“

Warum ist es Ihnen so wichtig, bis zum DVV-Pokalfinale wieder fit zu werden?

Falko Steinke: „Für mich ist es das erste Pokalfinale, bei dem ich dabei sein kann. Es ist schon irgendwie komisch. Ich habe vorher für Berlin, Eltmann, Bottrop und Rottenburg in der Bundesliga gespielt. Doch ich musste erst zur SVG Lüneburg gehen, um das Pokalfinale zu erreichen. Ich konnte das zunächst auch gar nicht so richtig glauben. Mit einer Mannschaft, die gerade erst in die 1. Liga aufgestiegen ist, ins Endspiel zu kommen – das war wie ein Traum. Ich konnte es lange Zeit auch nicht richtig glauben. Das war irgendwie nicht real.“

Um ins Finale zu kommen, mussten Sie sich gegen Mainz-Gonsenheim, Fellbach und Düren durchsetzen. Welches war das schwerste Spiel?

Falko Steinke: „Das kann man eigentlich gar nicht so richtig sagen. Gegen Mainz und Fellbach war es nicht leicht. Wir waren in diesen Spielen als Erstligist klarer Favorit, da beide Teams unter uns spielen. Und jede Mannschaft aus einer niedrigeren Liga versucht natürlich, das Team aus der 1. Liga zu ärgern. Man braucht in solchen Spielen die nötige Konzentration. Die war vielleicht nicht zu hundert Prozent da, deshalb haben wir dann auch jeweils einen Satz abgegeben. Im Halbfinale gegen die SWD powervolleys Düren war das ganz anders. Wir hatten ein Heimspiel, unsere Halle war ausverkauft. Mit unseren Fans im Rücken fiel es uns leicht, eine gute Leistung abzurufen. Wir wussten, dass wir eine Chance haben. Wir wussten aber auch, dass wir das Spiel möglichst lange offen halten müssen, damit es nach hinten raus reicht.“

Auch im GERRY WEBER STADION werden ganz viele Fans aus Lüneburg dabei sein…

Falko Steinke: „Früher hätte mich das überrascht. Aber jetzt ist das anders. In Lüneburg herrscht eine riesige Euphorie. Und wir alle – Fans wie Spieler – haben eigentlich nichts zu verlieren. Der Druck liegt bei Friedrichshafen. Die sind zwölffacher DVV-Pokalsieger, der erneute Pokalgewinn ist fest eingeplant. Aber vielleicht schaffen wir trotzdem eine Überraschung.“

Friedrichshafen ist in der Tat ein großer Name. Wie sehen denn die Chancen aus, tatsächlich den DVV-Pokal zu holen?

Falko Steinke: „Friedrichshafen ist es gewohnt, in großen Hallen zu spielen. Das Team ist aktuell Tabellenführer in der Bundesliga und gehört zu den bekanntesten Teams in Europa. Alle, die beim VfB spielen, sind sehr gute Volleyballer. Und dazu haben sie mit Stelian Moculescu einen ganz erfahrenen Trainer. Deshalb rechne ich mir konkret erst einmal nichts aus. Wir sind ein junges Team und jeder ist motiviert, gegen so eine Mannschaft anzutreten. Und was dann passiert, ist letztlich auch von der Tagesform abhängig.“

Im Moment läuft es jedenfalls bei der SVG Lüneburg sehr gut. Sie haben in dieser Saison durchaus namhafte Gegner bezwungen…

Falko Steinke: „Wir sind ein echtes Team. Alle halten zusammen. Jeder kämpft für den anderen mit. Das wirkt sich auch auf die Bank aus. Wenn jemand ins Spiel kommt, ist er ebenbürtig. Somit sind wir in der Lage, als Team unsere Leistung zu bringen. Dementsprechend macht unser Trainer Stefan Hübner einen sehr guten Job. Er stellt uns hervorragend ein.“

Sie haben in der Volleyball Bundesliga in den nächsten Wochen noch schwere Spiele vor sich. Würden Niederlagen vor dem Pokalfinale das Team zurückwerfen?

Falko Steinke: „Jetzt kommen in der Tat noch schwere Brocken. Düren wird sich bestimmt für das Aus im Halbfinale des DVV-Pokals rächen wollen, Bühl hatte schon im Hinspiel gegen uns die Nase vorn und dann gibt es noch das Bundesligaspiel gegen Friedrichshafen, kurz vor dem Pokalfinale. Da darf man gespannt sein, wie sehr sich der VfB acht Tage vor dem Pokalendspiel in die Karten schauen lässt. Aber unser Trainer Stefan Hübner hat zu uns gesagt, ab Februar dürfen wir wieder ans Pokalfinale denken. Das heißt, wir können die gute Stimmung mit in die nächsten Wochen nehmen. Wir haben schon jetzt viel mehr erreicht als alle erwartet haben. Und egal was bis zum DVV-Pokalfinale passiert: Am 1. März werden die Karten neu gemischt.“

DVV-Pokalfinale am 1. März 2015 (bitte beachten Sie die aktuellen Anfangszeiten!)

12.15 Uhr: SVG Lüneburg – VfB Friedrichshafen (ab 12.00 Uhr live im NDR)
15.15 Uhr: Ladies in Black Aachen – Allianz MTV Stuttgart (ab 15.00 Uhr live bei SPORT1)
Tickets

Die Eintrittskarten und VIP-Tickets für die Finalspiele, die gemeinsam vom Deutschen Volleyball-Verband und der Volleyball Bundesliga ausgetragen werden, sind über die telefonische Hotline 01806-999 0000 (0,20 EUR/Verbindung aus dt. Festnetz / max. 0,60 EUR/Verbindung aus dt. Mobilfunknetz) erhältlich. Das Ticketmaster-Call-Center ist von Montag bis Freitag zwischen 08.00 und 22.00 Uhr sowie am Wochenende und an Feiertagen von 09.00 bis 20.00 Uhr erreichbar. Online sind die Eintritts- und VIP-Karten über www.ticketmaster.de und www.gerryweber-world.de verfügbar. Darüber hinaus gibt es Tickets bei den jeweiligen Teams, die am Pokalfinale teilnehmen.

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