Hernandez will nach WM-Sieg über Arslan nach Kuba reisen!

Der „Iron-Man“ schlägt wieder zu! In Erfurt will IBF-Weltmeister Yoan Pablo Hernandez seinen Cruisergewichts-Titel erfolgreich gegen Firat Arslan verteidigen. Dabei vertraut der gebürtige Kubaner vor allem auf die Unterstützung seines Trainers Ulli Wegner. Auf welche einschneidende Erfahrung das zurückgeht und wieso ein Sieg am 16. August in der Erfurter Messehalle auch ein Sieg für seine Familie darstellen würde, verrät Hernandez hier im Interview.

Yoan Pablo Hernandez, Sie schrauben in Ihrer Freizeit gern an Oldtimern. Jetzt treffen Sie mit Firat Arslan altersmäßig auf einen Oldtimer im Ring …

Yoan Pablo Hernandez: … der aber noch ziemlich gut zu laufen scheint. Mit Fritz Sdunek hat er auch einen Super-Coach in seiner Ecke. Doch mein Trainer, Ulli Wegner, ist einmalig. Für das, was wir schon alles zusammen durchgestanden haben, bin ich ihm sehr dankbar. Ohne ihn wäre ich nicht mehr Weltmeister.

Erklären Sie das doch bitte genauer …

Yoan Pablo Hernandez: … Herr Wegner sagt mir im entscheidenden Moment immer das Richtige. Einmal habe ich nicht auf ihn gehört. Gegen Wayne Braithwaite hatte er mich 2008 nach der ersten Runde deutlich vor dessen Schlaghand gewarnt. Doch ich hatte meinen eigenen Kopf und prompt verlor ich vorzeitig. Das war mir eine Lehre. Seitdem höre ich immer auf Herrn Wegner, fast immer (lacht).

Was ist Firat Arslan für ein Typ Boxer?

Yoan Pablo Hernandez: Arslan ist ein harter Hund – ein Krieger im Ring, wenn man so will. Er hat sicherlich nicht die Technik eines früheren Top-Amateurs. Dafür hat er andere Eigenschaften, die ihn im Ring zu einer Herausforderung machen. Seine Mentalität sticht da besonders hervor – er will sich immer verbessern, arbeitet ständig an sich und das Wort Aufgabe kennt er nicht. Wenn man ihn unterschätzt, kann das schnell mal ins Auge gehen …

… wie bei Ihrem Trainingskollegen Marco Huck. Können Sie etwas aus seinen beiden Duellen mit Arslan für Ihren Kampf mitnehmen?

Yoan Pablo Hernandez: Voll konzentriert an die Sache heranzugehen! Ansonsten wird das jedoch ein komplett anderer Fight zwischen mir und Arslan. Mein Stil ist im Vergleich zu Marco ein ganz anderer. Er agiert größtenteils mit Härte und einer tollen Athletik. Ich komme mehr über meine Technik. Firat nutzt zumeist seine Physis, um seine Gegner zurückzudrängen. Meine boxerische Überlegenheit auszuspielen wird daher einer der entscheidenden Punkte sein.

Nicht zu vergessen ist zudem, dass Sie und Arslan beide in der Rechtsauslage agieren. Wird das ein Problem werden?

Yoan Pablo Hernandez: Schon der Gegner bei meiner letzten Titelverteidigung hat in der gleichen Auslage wie ich geboxt. Das hat mir absolut keine Probleme bereitet und das wird es auch dieses Mal nicht. Das liegt unter anderem daran, dass ich wieder einige gute Sparringspartner hatte. Die haben nicht nur den Druck von Arslan simuliert, sondern boxten ebenfalls als Rechtsausleger.

Von denen mussten laut Ihrem Trainer jedoch ein paar frühzeitig nach Haus geschickt werden. Werden Sie Arslan am 16. August wie einen Ihrer Oldtimer auseinandernehmen?

Yoan Pablo Hernandez: Ich gebe mein Bestes, um in Erfurt nicht nur den Sieg davon zu tragen, sondern auch dem Publikum einen unterhaltsamen Fight zu liefern. Aber eines ist klar: Ein Oldtimer ist nach dem Auseinandernehmen deutlich leichter wieder zusammenzubauen.

Abschließend noch eine Frage: Sie hatten bereits vor Ihrem letzten Kampf davon gesprochen, bei einem Sieg zu Ihrer Mutter nach Kuba zu reisen. Dann kam Ihnen allerdings ein langwieriger Magen-Darm-Infekt in die Quere. Haben Sie diesen Plan immer noch im Hinterkopf?

Yoan Pablo Hernandez: Auf jeden Fall! Ich möchte unbedingt mit meiner Frau und meinen Kindern in naher Zukunft Urlaub auf Kuba machen. Meine Mutter soll endlich auch meine kleine Tochter kennenlernen und ich will Sie wieder in meine Arme schließen. Das liegt mir sehr am Herzen. Schließlich habe ich Sie seit über drei Jahren nicht mehr gesehen (2011 war Hernandez‘ Mutter zu Besuch in Berlin, Anm. d. Red.). Und ich will dann natürlich meiner Familie meinen WM-Gürtel präsentieren.

Eintrittskarten für die Veranstaltung am 16. August in Erfurt sind über die telefonische Ticket-Hotline 01806-570044 (€ 0,20/min., Mobilfunkpreise max. € 0,60/min.) sowie im Internet bei www.eventim.de erhältlich.

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