Vulkan-Ladies kaum noch zu retten

Koblenz/Weibern. Mit der Schlusssirene flossen die Tränen auf Seiten der Vulkan-Ladies. Zumindest einige Spielerinnen hatten früh nach Ende der Partie gegen TPSG Frisch Auf Göppingen realisiert, was da wohl gerade passiert war. Die Heimmannschaft aus Koblenz/Weibern konnte dem enormen Druck, der vor der Partie auf ihr lag, nicht Stand halten. Das Team von Caslav Dincic verlor das wahrscheinlich vorentscheidende „Endspiel“ gegen Göppingen verdient mit 22:25. Die Vulkan-Ladies bleiben Tabellenletzter und haben allenfalls noch theoretische Chancen auf den Verbleib in der 1. Liga.
Beide Teams starteten nervös in das Spiel. Fehlpässe und zuhauf produzierte technische Fehler – teils auch ohne Druck des Gegners – waren die Folge. In der 5. Minute stand es gerade mal 1:1. Dann kam die Partie ein wenig ins Rollen. Die Vulkan-Ladies spielten in der frühen Phase des Spiels noch mit und konnten es bis zur 20. Minute offen gestalten (6:7). Evelien Grob im Tor der Vulkan-Ladies zeigte vor allem in der ersten Hälfte eine bemerkenswerte Leistung. Ihr war es im Grunde genommen zu verdanken, dass die fast 900 Zuschauer in den ersten 20 Minuten ein spannendes Match sahen. Doch dann bekam das Spiel der Gastgeberinnen einen deutlichen Bruch. Göppingen warf sechs Tore in Folge, während die Würfe der Vulkan-Ladies in der gegnerischen Deckung hängen blieben (6:13).
„Göppingen hat verdient gewonnen“, sagt Caslav Dincic nach der Partie kurz und knapp. „Im Spielaufbau hat uns der Kopf gefehlt. Und wer zu Hause nur sieben Tore in der ersten Halbzeit wirft, kann nicht gewinnen“, ergänzt der Trainer. Die Vulkan-Ladies mussten mit einem 7:14 in die Pause gehen und versuchen, die Hypothek von sieben Toren Rückstand, in der zweiten Hälfte aufzuholen.
Doch was Koblenz/Weibern auch anstellte, hatte kaum durchschlagende Wirkung. Lotte Prak – gegen Buxtehude noch eine der besten Spielerinnen – konnte dem Angriffsspiel ihres Team keinen Stempel aufdrücken. Dabei wäre dies so wichtig gewesen. Denn mit einem Sieg hätte sich das Team von Caslav Dincic einen entscheidenden Vorteil im Abstiegskampf verschafft und wäre vom 14. auf den 11. Platz nach oben gerückt. Doch die Vulkan-Ladies vermochten es nicht, näher als vier Tore an Göppingen heranzukommen. „Heute war der Druck enorm“, sagt Dincic. „Als wir bei vier Toren Rückstand die Chance hatten, den Abstand weiter zu verkürzen, versagen wir drei Mal hintereinander von sechs Metern. Wir haben den Kopf verloren.“
Als es nach dem 18:22 durch Zorica Despodovska (56. Minute) nicht für die Vulkan-Ladies mit den eigenen Treffern weiterging, sondern Göppingen die Tore warf, war klar, dass diese wichtige Partie nicht mehr zu gewinnen war. Kelly Vollebregts Tor zum 22:25 und Despodovskas siebtes Tor des Abends mit der Schlusssirene zum 23:25 Endstand waren lediglich von kosmetischer Bedeutung. Die Vulkan-Ladies haben nun noch zwei Spiele, in denen sie zu Punkten kommen können. Gegner sind jedoch der HC Leipzig und TuS Metzingen. „Grundsätzlich sind wir in der Lage, eine Überraschung zu schaffen. Mit der Leistung von heute, wird uns das allerdings nicht gelingen“, schätzt Dincic die Lage ein.
Das vorletzte Spiel der Saison 2014/15 findet am Mittwoch, 13.Mai, beim HC Leipzig statt. Anwurf ist um 19.30 Uhr.

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